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Mi, 28.06.2017 | 18:00 | Atelierhaus im Anscharpark, Heiligendammer Str. 15, 24106 Kiel

Workshop: Bildung Digital - Vorbild Estland?

am 28.06.17 im Atelierhaus im Anscharpark (Kiel-Wik)

Mit dem Thema "Bildung digital - Vorbild Estland?" wurde die Veranstaltungsreihe von "Region Digital" fortgesetzt.

An der Veranstaltung nahmen 15 Teilnehmer teil, eingeleitet und moderiert wurde durch Ulrich Bähr. Zu Gast waren an diesem Abend Florin Feldmann vom Landesverband der Volkshochschulen, Jens Buchloh von der Firma ergovia GmbH, Nicole Haferlandt vom IQSH sowie Timo Räker von der Auguste-Viktoria-Schule, Flensburg.

    Vorträge:

    Florin Feldmann berichtete über Ihre Erfahrungen, die sie in Estland gemacht hat. Folgende Schlagworte sind aus ihrem Bericht beispielhaft zu nennen:

    • Die Digitalisierung ist in Estland sehr weit fortgeschritten, dahinter steckt womöglich auch eine gewisse Angst vor Russland. Durch den hohen Digitalisierungsstand würde das Land auch ohne Territorium funktionieren, da quasi das komplette Verwaltungshandeln online möglich ist.
    • Der E-Estonia Showroom zeigt Besuchern die Komplexität der Digitalisierung in der estnischen Gesellschaft
    • Die Digitalisierung der Gesellschaft ist sehr umfassend, setzt damit aber voraus, dass alle Gruppen der Gesellschaft alltäglich mit digitalen Geräten umgehen.
    • Als Beispiel des Wandels: Estnische Verfassung existiert als Grundlage im Netz. Jeder Print ist eine Kopie davon. Damit ist z.B. das deutsche System komplett gedreht.
    • Aus  estnischen VHS wird berichtet, dass Grundlagenkurse, wie z.B. Bedienung des Internets, nicht mehr nachgefragt werden, weil solche Grundlagen offenbar in der Gesellschaft komplett verankert sind.
    • Die Nutzung digitaler Endgeräte ist Normalität

     

    Jens Buchloh zeigte zunächst einen Film über seine Reise nach Estland. www.ergovia.de/ergovia-startseite/estland-start/jens-buchloh-in-estland.html

    Er berichtet dann unter anderem:

    • Lehrer erfahren volle Unterstützung, unter anderem auch durch Bildungs-Technologen (Masterstudiengang mit dem Inhalt, Technik in Bildung einzusetzen)
    • Die Schulen agieren sehr transparent im Umgang mit Schülern und Eltern (Gefühl einer „Schulfamilie“)
    • Die Expertise von Wirtschaft wird in den Unterricht integriert.
    • Im Mittelpunkt steht immer das Lernziel zu erreichen, dafür wird je nach Bedarf Technik eingesetzt. Es ist nicht Ziel Technik um ihrer selbst willen einzusetzen. Beispielweise werden Smartboards in Estland wieder abgebaut, weil sich ihr Einsatz im Unterricht nicht bewährt hat.
    • Die Bildung genießt im gesellschaftlichen System eine hohen Stellenwert.
    • Esten sind Pisa-Europameister. Allerdings herrscht auch ein starker Leistungsdruck, auch durch die Transparenz der Leistungen.

     

    Podiumsdiskussion:

    In der anschließenden Podiumsdiskussion war es Ziel, Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der KielRegion zu erarbeiten, die als Grundlage eines digitalen Wandels der Bildung dienen können.

    Als zentrale Forderungen, welche durch eine Abstimmung (Dotmocracy) der Teilnehmer ermittelt wurden sind zu nennen (nach Häufigkeit der Dots):

    • Weiterbildung, dafür "digitale Bildung" auch im lebenslangen Lernen verankern (10 Dots)
    • Ausbildung von Bildungstechnologen (9 Dots)
    • Didaktik/Methodik zum Lernen mit digitalen Medien fest in Lehrerausbildung verankern (5 Dots)
    • Technik an Bildungszielen orientiert einsetzen (3 Dots)
    • Digitalisierung bedeutet auch Kollaboration lernen und leben  (2 Dots)
    • rechtssichere und benutzerfreundliche Cloud schaffen (2 Dots)
    • Offenheit in der Gesellschaft für ungewöhnliche Ausbildungsbiographien (2 Dots)
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